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Kein Platz für Armut in Karlshorst

Am Hönower Wiesenweg in Karlshorst befindet sich seit vielen Jahren ein Trailerpark. Dort leben Menschen in Camping- und Wohnwagen auf engstem Raum - häufig aber nicht freiwillig. Denn oft bleibt ihnen auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt schlicht keine Wahl. Nun droht ihnen die Räumung.

Am Hönower Wiesenweg in Karlshorst befindet sich seit vielen Jahren ein Trailerpark (u.a. der rbb berichtete). Dort leben Menschen in Camping- und Wohnwagen auf engstem Raum - häufig aber nicht freiwillig. Denn oft bleibt ihnen auf dem angespannten Berliner Wohnungsmarkt schlicht keine Wahl.

Seitdem auf dem Nachbargrundstück der Immobilienentwickler Bonava die Parkstadt errichtet, ist der Trailerpark von Räumung bedroht. Das Stadtentwicklungsamt unter Stadtrat Kevin Hönicke (SPD) hat eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen, denn angeblich handle es sich beim Gelände um ein Gewerbegebiet, in dem kein Wohnen zulässig sei. Mittlerweile schwebt ein Gerichtsverfahren und den Bewohner:innen droht in der Folge die Obdachlosigkeit. Auch wenn, wie vom Amt behauptet, die Miete für die Wohnwagen überteuert wäre - durch eine Räumung kommen die Betroffenen nur vom Regen in die Traufe. Soziale Konflikte lassen sich nicht durch Baurecht und Räumungen lösen. Insbesondere dürfen schwierige Wohnverhältnisse nicht als Rechtfertigung dienen, um den Entwicklern großer Immobilienprojekte unliebsame Nachbarn vom Hals zu schaffen.

Wir fordern eine mittelfristige Bleibeperspektive für die Bewohner:innen und eine soziale Begleitung von Wohnungssuche und Umzügen. Langfristig könnte auf dem Gelände preiswerter kommunaler Wohnungsbau realisiert werden. Diese wären im Gegensatz zum Großteil der schönen Eigentumswohnungen in der Parkstadt auch für die jetzigen Bewohner:innen des Trailerparks erschwinglich. (Artikel aus infolinks März 2022)

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